3D-Drucker werden Ihr Geschäftsmodell verändern

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Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Drucker? War es vielleicht sogar ein Neun-Nadeldrucker, der einen grossen Lärm und spätestens beim Wechseln des Farbbandes Kopfschmerzen verursachte? Seither sind die Drucker um einiges leiser geworden. Aber die neuste Druckertechnologie könnte Ihnen in absehbarer Zukunft ebenfalls wieder Kopfschmerzen bereiten. Lesen Sie, wie 3D-Drucker Ihr Leben und viele Geschäftsmodelle verändern werden.

Schlagzeilen aus dem Jahr 2025

Times deklariert das Jahr 2025 zum «Year of 3D-Printing»

Abb. Fiktives Titelblatt im Jahr 2025

Abb: Fiktives Titelblatt im Jahr 2025

Folgende Schlagzeilen prägen das Jahr 2025:

Abb. Fiktive Schlagzeilen 2025

Abb. Fiktive Schlagzeilen 2025

 

Zugegeben, die obigen Schlagzeilen sind frei erfunden; da uns der reale Blick in die Zukunft noch verwehrt ist. Die Inhalte sind aber längst nicht so verrückt, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen. Sie basieren nämlich auf der Meinung von 800 Technologie-Experten, welche vom World Economic Forum WEF befragt worden sind.

Das WEF veröffentlichte zu diesem Thema den «WEF GAC15 Technological Tipping Points report 2015». Darin wird aufgezeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Experten gewisse Ereignisse für das Jahr 2025 voraussehen.

Die 3D-Drucktechnologie wird gemäss diesen Experten künftig in verschiedenen Bereichen der Industrie eine wichtige Rolle spielen, wie die nachfolgenden Zahlen belegen:

  • 84.1 %: Das erste mit 3D-Druckern gefertigte Auto wird eingeweiht    
  • 81%: Rund 5% aller Konsumprodukte werden mit 3D-Druckern hergestellt
  • 76.4%: Transplantation der ersten 3D-gedruckten Leber       

Wie fiktiv sind diese Überlegungen? Betrachten wir einmal, was heute schon möglich ist und wie sich diese Technologie noch entwickeln könnte.

3D-Drucker in der Industrie 

Wussten Sie, dass heute schon gewisse Bauteile für Autos mit 3D-Druckern hergestellt werden? Zum Teil sind es noch Prototypen, aber die Serienfertigung ist in greifbarer Nähe. Kaum ein Produkt, welches künftig nicht mit 3D-Druckern hergestellt werden kann. Dabei werden nicht nur Kunststoffteile, sondern durchaus auch solche aus Metall hergestellt, wie dieses Video zeigt.

Abb: 3D-Drucker, der Metall-Teile druckt: https://www.youtube.com/watch?v=RrkMsLuI644

Abb: 3D-Drucker, der Metall-Teile druckt: https://www.youtube.com/watch?v=RrkMsLuI644

 

3D-Drucker in der Medizin

Wenn Sie heute ein Gelenk ersetzen müssen, z.B. ein Hüftgelenk, ein Knie oder einen Ellenbogen, so öffnet der Chirurg Ihren Körper, entfernt das defekte Teil und wählt dann unter drei bis vier Modellen das passende aus. In Zukunft wird Ihr Knie, Hüftgelenk oder der Ellenbogen gescannt und anschliessend – vor der Operation – ein identisches Teil angefertigt. Somit müssen Sie künftig nur noch tragen, was nicht nur ungefähr, sondern ganz genau passt.

Abb: Knie-Prothese aus dem 3D-Drucker: http://www.conformis.com/

Abb: Knie-Prothese aus dem 3D-Drucker: http://www.conformis.com/

 

3D-Drucker für die lokale Herstellung

Das wohl aktuellste Beispiel von lokaler Produktion sind die Backöfen, welche in allen Grossverteilern stehen und unwiderstehlichen Duft von frischen Brötchen in die Luft blasen. Für die Händler wurden damit gleich zwei Fliegen mit einem Schlag erledigt, nämlich das Bedürfnis der Konsumenten, jederzeit frische Backwaren kaufen zu können und zum anderen die Möglichkeit, die Leute durch den Duft zu verführen, gegen den sich bekanntlich niemand wehren kann, da Duftmoleküle direkt ins Hirn eindringen und dort für Erregung sorgen.

Ob Nahrungsmittel künftig gleich vor Ort hergestellt werden, ist eher fraglich. Es wird wohl noch etwas dauern, bis zur Kolleggs-Frühstücksmaschine, bei der man einstellen kann, ob man heute Cornflakes, Frosites oder doch lieber Rice Krispies herstellen möchte und diese dann 2 Minuten später, frisch gedruckt in die Tasse purzeln.

Doch Häuser könnten durchaus künftig aus Elementen bestehend, welche ein 3D-Drucker gefertigt hat. Holcim könnte sich vom Zement abwenden und künftig zur Software-Firma werden.

Übrigens, so weit hergeholt ist das Beispiel der lokalen Nahrungsmittelproduktion gar nicht. Bereits heute steht in der Magic Candy Factory, einem Start-up aus dem Hause Katje, ein Fruchtgummi-Drucker, mit dem kleine Serien und Sonderanfertigungen von Fruchtgummis herstellt werden. Die Zeit der langweiligen Gummibärchen ist somit definitiv vorbei.

Abb: 3D-Fruchtgummi-Drucker in der Magic Factory in Berlin

Abb: 3D-Fruchtgummi-Drucker in der Magic Factory in Berlin

 

Welche Branchen sind heute schon betroffen

Ein Blick auf die Website eines 3D-Drucker-Herstellers zeigt, dass viele Branchen heute schon von dieser Drucktechnologie profitieren können. Ist Ihre Branche auch dabei? Haben Sie diesbezüglich bereits etwas unternommen?

Abb. Branchenbeispiele auf der Website eines 3D-Drucker-Herstellers

Abb: Branchenbeispiele auf der Website eines 3D-Drucker-Herstellers (http://www.stratasys.com/de/industrien)

 

Die Verbreitung der 3D-Technologie hat tiefgreifende Konsequenzen – und dies somit nicht erst im Jahre 2025.

Was bedeutet das für Sie und Ihr Marketing?

Sind Sie sicher, dass Ihr Geschäftsmodell durch 3D-Drucker nicht tangiert werden kann? Wenn Sie Produkte herstellen, dann werden Sie diese Frage auf keinen Fall mit Ja beantworten können. Doch auch wenn Dienstleistungen zu Ihrem Kerngeschäft gehören, könnte die 3D-Drucktechnologie Ihr Geschäftsmodell verändern, zumindest was die Beratung anbelangt. Künftig werden Sie viel plastischere Beispiele bringen können, z.B. wenn Sie Hypotheken verkaufen oder jemand bei der Geldanlage beraten. Anstelle von Simulationen auf dem Tablet können Sie mit wenigen Handgriffen die Auswirkungen einer Anlange Ihren Kunden sehr visuell präsentieren.

Je eher Sie sich Gedanken zu den Auswirkungen machen, desto besser sind Sie vorbereitet, wenn die Technologie plötzlich auch in Ihren Geschäftsbereich eindringt. Beachten Sie dazu auch die Links, denn was vor einigen Jahren unmöglich erschien, ist heute schon Realität.

Tolle Technologie auch für die Produkt-Piraterie

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wer alles Ihre Produkte künftig herstellen kann? Jeder, der über die Druckdaten verfügt. Das bedeutet, jedes Produkt, welches einmal als 3D-Datenobjekt ins Internet gestellt wird, kann von jedermann repliziert werden.

Somit besteht die Herausforderung bei 3D-Technologie nicht nur darin, dass jemand durch den Einsatz von 3D-Druckern Ihr heutiges Geschäftsmodell revolutionieren kann, sondern auch darin, dass diese Daten, sobald sie im Internet frei verfügbar sind, von allen genutzt werden können. Da wird es sogar schwierig, Plagiate ausfindig zu machen.

USP im Marketing-Mix

Generell stellt die lokale Produktion ein riesiges Potenzial im Marketing dar. Wenn Produkte dort produziert werden können, wo Sie gebraucht werden, so lassen sich z.B. Bergrestaurants viel kostengünstiger erstellen, als heute. Sie benötigen dazu lediglich noch einmal einen Helikopterflug, der den Drucker auf den Berg bringt und dann jeweils den Nachschub an «Druckerfarbe» liefert.

Das revolutioniert die Baubranche aber auch viele andere Branchen, z.B. Autozubehör-Lieferanten, die nicht mehr ein riesiges Logistik-Netz aufbauen müssen, um eine neue Region zu erschliessen.

Wenn Sie die vier P aus dem Marketing-Mix nehmen, so wird «Place» mit 3D-Druckern zu einem USP im Marketing-Mix.

Strengen Sie sich etwas an, und Sie werden als Revolutionär in die Geschichte eingehen.  

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